Flöha: Unterschied zwischen den Versionen

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Die [[Große Kreisstadt]] '''Flöha''' ist eine sächsische Kleinstadt im [[Landkreis Mittelsachsen]]. Nach der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1346 entwickelte sich das Gebiet am nördlichen Rand des Erzgebirges am Zusammenfluss der Flüsse [[Flöha (Fluss)|Flöha]] und [[Zschopau (Fluss)|Zschopau]] mit dem Einsetzen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert zu einer Industriegemeinde, welche am 8. November 1933 zur Stadt erhoben wurde. Das heutige Stadtgebiet des unmittelbar an die Großstadt Chemnitz angrenzende Unterzentrums ging aus Gemeindezusammenschlüssen in den Jahren 1920 und 1962 hervor.
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Die [[Große Kreisstadt]] '''Flöha''' ist eine sächsische Kleinstadt im [[Landkreis Mittelsachsen]]. Nach der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1346 entwickelte sich das Gebiet am nördlichen Rand des Erzgebirges am Zusammenfluss der Flüsse [[Flöha (Fluss)|Flöha]] und [[Zschopau (Fluss)|Zschopau]] mit dem Einsetzen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert zu einer Industriegemeinde, welche am 8. November 1933 zur Stadt erhoben wurde. Das heutige Stadtgebiet des unmittelbar an die Großstadt Chemnitz angrenzende Unterzentrums ging aus Gemeindezusammenschlüssen in den Jahren 1920, 1962 und 2011 hervor.
  
== Geographie ==
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== Lage ==
[[Datei:Flöha - the town as seen from the pomselberg (aka).jpg|mini|links|Blick auf die Stadt]]
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Die Stadt Flöha befindet sich im gleichnamigen Becken, welches am Fuße des Unteren Erzgebirges durch die dort zusammenfließenden Flüsse [[Flöha (Fluss)|Flöha]] und [[Zschopau (Fluss)|Zschopau]] ausgeräumt wurde. An diesem Zusammenfluss beider Flüsse bilden fünf ehemals selbstständige Gemeinden das heutige zusammengewachsene Siedlungsgebiet der Stadt.
 
 
Die Stadt Flöha befindet sich im gleichnamigen Becken, welches am Fuße des Unteren Erzgebirges durch die dort zusammenfließenden Flüsse [[Flöha (Fluss)|Flöha]] und [[Zschopau (Fluss)|Zschopau]] ausgeräumt wurde. An diesem Zusammenfluss beider Flüsse bilden vier ehemals selbstständige Gemeinden das heutige zusammengewachsene Siedlungsgebiet der Stadt.
 
  
 
=== Nachbargemeinden ===
 
=== Nachbargemeinden ===
Die nachfolgenden [[Gemeinde (Deutschland)|Gemeinden]] grenzen an die Stadt Flöha. Sie werden im [[Uhrzeigersinn]] beginnend im Nordosten genannt: [[Frankenberg/Sa.]], [[Oederan]], [[Augustusburg]], [[Chemnitz]] und [[Niederwiesa]].
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Die nachfolgenden [[Gemeinde (Deutschland)|Gemeinden]] grenzen an die Stadt Flöha. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt: [[Frankenberg/Sa.]], [[Oederan]], [[Augustusburg]], [[Chemnitz]] und [[Niederwiesa]].
  
 
=== Stadtgliederung ===
 
=== Stadtgliederung ===
Das Stadtgebiet von Flöha besteht aus den Ortsteilen Flöha, [[Gückelsberg]], [[Plaue (Flöha)|Plaue]], [[Bernsdorf (Flöha)|Bernsdorf]] und [[Falkenau (Flöha)|Falkenau]] (mit seinem Gemeindeteil [[Hetzdorf (Flöhatal)|Hetzdorf]]).
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Das Stadtgebiet von Flöha besteht aus den Ortsteilen [[Flöha (Ortsteil)|Flöha]], [[Gückelsberg]], [[Plaue]], [[Bernsdorf]] und [[Falkenau]] (mit seinem Gemeindeteil [[Hetzdorf]]).
 
 
== Geschichte ==
 
[[Datei:Flöha - youth center UFO (aka).jpg|mini|Villa Immenhof, heute das Jugendzentrum „UFO“]]
 
 
 
=== Von der Gründung bis zum Dreißigjährigen Krieg ===
 
Flöha entstand als einreihiges [[Waldhufendorf]] in den Jahrzehnten nach der Mitte des 12. Jahrhunderts. Die urkundliche Ersterwähnung erfolgte im Jahre 1399, als ein „Johannes pharer zcu der Flaw“ in einer Chemnitzer Urkunde genannt wurde. Dies ist zugleich die erste indirekte Erwähnung der Dorfkirche von Flöha, die unmittelbar mit der Gründung des Ortes – vermutlich als Georgskirche – angelegt wurde. Die oft angenommene Ersterwähnung Flöhas in der Meißner Bistumsmatrikel beruht auf einer Irrung, da die älteste erhaltene Fassung dieser Matrikel aus dem Jahre 1495 (und nicht aus dem Jahre 1346) stammt. Ältestes sicher datierbares Bauwerk Flöhas ist der spätgotische Chor der „Georgenkirche“ aus der Zeit um 1500/1510. Möglicherweise hat sich jedoch im Kirchenschiff Bausubstanz aus der Romanik (2. Hälfte 12. oder 1. Hälfte 13. Jahrhundert) erhalten. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche – abgesehen von dem spätmittelalterlichen polygonalen Chor – durch einen Barockumbau in der Mitte des 18. Jahrhunderts und durch eine historistische Erneuerung im Jahre 1880.
 
 
 
===Vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ===
 
Mit dem Dreißigjährigen Krieg und den damit einhergehenden Morden, Bränden, der Hungersnot sowie der darauffolgenden Pest reduzierte sich die Einwohnerzahl ab 1632 in einem Jahr um ein Viertel. Zahlreiche Bauerngüter fielen der Zerstörung preis. Auch mit dem Siebenjährigen Krieg gingen weitere Nöte einher. Zahlreiche wiederkehrende Überschwemmungen ließen die Siedlungsgebiete der vier Dörfer nicht zusammenwachsen, allerdings entwickelte sich die Flößerei auf beiden Flüssen zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig.
 
 
 
[[Datei:Flöha - river Flöha 4 (aka).jpg|mini|links|Blick vom Fluss Flöha auf die Stadt]]
 
 
 
Bis in das eingehende 19. Jahrhundert bewahrte Flöha den ländlichen Charakter seiner Siedlungen, die Gebiete waren auf die Landwirtschaft ausgerichtet. Mit der Gründung der ersten Baumwollspinnerei 1809 wurde Flöha zu einem Industriestandort, was den Beginn für die kommenden Jahrzehnte prägende Industrialisierung des Ortes darstellte. 1817 erfolgte die Gründung der zweiten Spinnerei in Flöha, Gückelsberg zog 1830 mit seiner ersten Spinnerei nach. Im ganzen Umfeld von Chemnitz beeinflusste die Industrialisierung den Charakter der Gemeinden. Durch die angesehene Baumwollspinnerei Clauß wurde Flöha zu einer aufstrebenden Industriegemeinde.
 
 
 
[[Datei:Floehaspinnerei2.jpg|mini|Baumwollspinnerei]]
 
[[Datei:Flöha - fire department 1 (aka).jpg|mini|Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes]]
 
[[Datei:Flöha - gymnasium (aka).jpg|mini|Gymnasium]]
 
 
 
Ein weiterer Schritt dieser Entwicklung war die Anbindung Flöhas an das sächsische Eisenbahnnetz mit der Verbindung zwischen Chemnitz und Annaberg im Jahr 1866, der drei Jahre später errichteten Strecke nach Freiberg und Dresden sowie der Bau der in Flöha abzweigenden Nebenbahn nach Reitzenhain. Das beschleunigte die weitere Ansiedlung bedeutender Fabriken wie die der Buntpapierfabrik und Tüllfabrik „[[Forst Ebnath AG|KG Carl Siems & Co.]]“ in Plaue, des Dampfkesselbaus und einer Holzschleiferei in Flöha. Der Ort Plaue wurde 1874 zum Sitz der [[Amtshauptmannschaft Flöha]] erhoben, was den Bedeutungszuwachs der vergangenen Jahrzehnte deutlich wiedergab. Diese Entscheidung führte zum vermehrten Ansiedeln von Ämtern wie die [[Allgemeine Ortskrankenkasse]] im Jahr 1884 und der Gemeindesparkasse 1895.
 
 
 
=== Flöha im 20. Jahrhundert ===
 
Gückelsberg traf 1920 die Entscheidung, sich mit Flöha zusammenzuschließen. 1930 wurden in der Stadt ein Hauptpostamt und eine Fach- und Handelsschule eröffnet. Erst am 8. November 1933 wurde man mit der Erhebung zur Stadt auch auf formaler Ebene der Bedeutung gerecht, die Flöha durch die Industrie erlangt hat. Die von Arbeitersportlern errichtete Turnhalle in Plaue (Flöha-Süd) wurde von März bis Juli 1933 von SA und SS als „Schutzhaftlager“ missbraucht. Zeitweise waren dort 200 Gegner der NS-Diktatur inhaftiert, welche schwersten Misshandlungen ausgesetzt waren. Nach der Auflösung des Lagers kam ein Teil der Häftlinge in das KZ Sachsenburg. An der Vorderseite der Turnhalle erinnert ein Relief mit Szenen aus dem Lageralltag an die Verbrechen. 1934 folgte ein neuer Bahnhof, weitere Wohngebiete entstanden in der Folgezeit.
 
 
 
Während des Zweiten Weltkrieges wurde von März 1944 bis April 1945 ein Außenlager des KZ Flossenbürg im heutigen Werk Flöha der ''Oberlungwitzer Textilwerke GmbH'' betrieben. Die seinerzeit dort ansässige Tarnfirma ''Fortuna G.m.b.H.'', bei der 600 Häftlinge unter extremen Lebensbedingungen Flugzeugteile herstellen mussten, gehörte zum Erla Maschinenwerk in Leipzig.<ref>[http://www.juden-in-mittelsachsen.de/shalom/fortuna.html Zwangsarbeitereinsatz bei der ''Fortuna GmbH'' in Flöha]</ref>
 
 
 
Nachdem der Zweite Weltkrieg keine direkten Einwirkungen auf Flöha nahm, wurde 1945 die Stadt durch die Sowjetische Armee besetzt. 1952 wurde Flöha Kreisstadt des [[Kreis Flöha|Kreises Flöha]]. Am 1. Januar 1962 schloss sich Plaue mit Flöha zusammen, auch weil auch die Siedlungsgebiete verwachsen waren und die wirtschaftliche Verbindung bereits seit Längerem gegeben war. Der Industriestandort und Kreisstadt Flöha war zu Zeiten der DDR weiterhin produktiv, es entstanden neue Wohngebiete, eine katholische Kirche, neue Kinderbetreuungs- und Schuleinrichtungen.
 
 
 
Am Standort der heutigen Gaststätte „Finkenmühle“ wurde im Jahr 1722 die „königliche Schloßmühle zu Altenhayn“ als Getreidemühle erbaut. 1822 wird sie beim Rentamt Sachsenburg erstmals unter dem Namen Finkenmühle erwähnt, offenbar aufgrund der flussabwärts neben der Mühle gelegenen Finkenwiese. Ab 1879 ist der Chemnitzer Fabrikant Heinrich Friedrich Schnicke Besitzer der Mühle, errichtet ein Turbinenhaus und vergrößert die Mühle zu einer Fabrikholzschleiferei. 1938 wurde die Mühle vom Chemnitzer Kaufmann Erwin Oscar Melchior gekauft, der gemeinsam mit Herbert Plitz die Firma „Plitz Akkumulatoren Flöha“ gründete und in der Finkenmühle Auto- und Motorradbatterien produzierte. 1972 wurde der VEB Vorrichtungsbau Hohenstein-Ernstthal infolge Zwangsenteignung neuer Besitzer. 1986 wurden die alten Gebäude teilweise abgerissen und ein Betriebsschulungsheim mit öffentlicher Gaststätte errichtet.
 
 
 
Mit der politischen Wende und der Wiedervereinigung Deutschlands brach die Industrie in der Stadt zusammen, eine hohe Zahl von Entlassungen im Bereich des industriellen Sektors war die Folge, was auch die verstärkte Abwanderung in die westlichen Bundesländer auslöste. 1994 verlor die Stadt mit der Zusammenlegung der Kreise Flöha, Freiberg und Brand-Erbisdorf ihren Status als Kreisstadt und wurde so zur Großen Kreisstadt. Flöha war die drittgrößte Stadt im bis 2008 bestehenden [[Landkreis Freiberg]].
 
 
 
[[Datei:Logo Floeha 600Jahre.gif|mini|Logo anlässlich der 600-Jahrfeier]]
 
 
 
Im Jahre 1999 feierte Flöha sein 600-jähriges Bestehen in Form eines großen Vereinsfestes, inklusive eines Festumzugs und einer dreitägigen Festveranstaltung am Festgelände zwischen Auenstadion und Gymnasium.
 
 
 
Am 29. (Falkenau) und 30. Juni 2011 (Flöha) beschlossen die Gemeinde- und Stadträte von [[Falkenau]] und Flöha eine freiwillige Fusion, die zum 1. Oktober 2011 vollzogen wurde.<ref>([http://www.freiepresse.de/LOKALES/REGIOTICKER/Falkenau-Zusammenschluss-Falkenau-und-Floeha-ab-1-Oktober-vereint-artikel7761011.php Freie Presse])</ref> Die [[Verwaltungsgemeinschaft Flöha]] wurde aufgelöst.
 
 
 
=== Herkunft des Namens ===
 
 
 
Der Ort wurde nach dem Fluss benannt, für die Herkunft und die ursprüngliche Bedeutung des Namens gibt es unterschiedliche sprachwissenschaftliche Erklärungen<ref>[[Ernst Eichler (Linguist)|Ernst Eichler]], [[Hans Walther (Onomastiker)|Hans Walther]] (Hrsg.): ''Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen'', Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, Band I, Seite 263</ref><br>
 
Der Linguist [[Ernst Eichler (Linguist)|Ernst Eichler]] und der Namenskundler [[Hans Walther (Onomastiker)|Hans Walther]] sehen die Herkunft des Namens am ehesten im germanischen Wort ''flouwan, flewan'', das  mittelhochdeutsch ''vlöuwen'' und im Altsorbischen ''plav(iti)'' lautete und ''schwemmen, spülen, flößen'' bedeutete. So sei der Fluß Flöha als der zu verstehen, auf dem geflößt oder geschwemmt worden sei, altsorbisch ''Plava'', alt- oder mittelhochdeutsch ''Flawa''.<ref>[[Ernst Eichler (Linguist)|Ernst Eichler]] und [[Hans Walther (Onomastiker)|Hans Walther]]: ''Sachsen. Alle Städtenamen und deren Geschichte'', Faber und Faber Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86730-038-4, S.59f.</ref>
 
 
 
=== Historische Ortsnamensformen ===
 
 
 
In Urkunden finden sich für den Ort folgende Schreibweisen<ref>[[Karlheinz Blaschke]] (Hrsg): ''Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen'', Neuausgabe, Leipzig 2006, ISBN 3-937209-15-8, Seite 221</ref>
 
*1399: zcu der Flaw
 
*1445: Fleye
 
*1449: Floye
 
*1495: Flew
 
*1539/40: die Flöhe
 
*1728: Flöha
 
 
 
=== Einwohnerentwicklung ===
 
[[Datei:Flöha - highest houses (aka).jpg|mini|Die „Elfgeschosser“, die höchsten Gebäude der Stadt]]
 
 
 
Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31.&nbsp;Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand August 2008:
 
 
 
{| class="wikitable"
 
| valign="top" width="25%" |
 
'''1980 bis 1989'''
 
* 1982: 12.022
 
* 1983: 12.682
 
* 1984: 12.829
 
* 1985: 12.789
 
* 1986: 12.858
 
* 1987: 12.792
 
* 1988: 13.301
 
* 1989: 13.241
 
| valign="top" width="25%" |
 
'''1990 bis 1999'''
 
* 1990: 12.950
 
* 1991: 12.575
 
* 1992: 12.419
 
* 1993: 12.421
 
* 1994: 12.280
 
* 1995: 12.185
 
* 1996: 12.173
 
* 1997: 12.309
 
* 1998: 12.250
 
* 1999: 12.151
 
| valign="top" width="25%" |
 
'''2000 bis 2009'''
 
* 2000: 11.974
 
* 2001: 11.662
 
* 2002: 11.561
 
* 2003: 11.351
 
* 2004: 11.084
 
* 2005: 10.780
 
* 2006: 10.492
 
* 2007: 10.320
 
* 2008: 10.124
 
* 2009: 9.974
 
| valign="top" width="25%" |
 
'''2010 bis 2019'''
 
* 2010: 9.753
 
* 6/2011: 9623
 
* 12/2011: 11.432
 
* 2012: 11.301
 
* 2013: 11.128
 
|}
 
:<small>Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Stand: 30. September 2013</small><ref>[http://www.statistik.sachsen.de/regioreg/RRServlet?function=Lesen&id=26992&type=14005&param=]</ref>
 
 
 
=== Eingemeindungen ===
 
* 1. April 1920: [[Gückelsberg]]<ref>Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943</ref>
 
* 1. Januar 1962: [[Plaue]] mit Ortsteil [[Bernsdorf]]
 
* 1. Oktober 2011: [[Falkenau]] mit Ortsteil [[Hetzdorf]]
 
 
 
== Sehenswürdigkeiten ==
 
[[Datei:Flöhatalbahn Hetzdorf 04.JPG|mini|Hetzdorfer Viadukt]]
 
[[Datei:Flöha - park near old cotton mill 2 (aka).jpg|mini|Park neben der Baumwollspinnerei]]
 
* Hetzdorfer Viadukt im Ortsteil Falkenau<ref>[[Georg Dehio]]: ''Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz'', München 1998, ISBN 3-422-03048-4, Seite 238</ref>.
 
* Georgenkirche
 
* Fachwerkbauten
 
* Industriegelände „Alte Baumwolle“
 
* Geologische Sammlung
 
* Samuel-von-Pufendorf-Gymnasium
 
** Deutscher Architekturpreis 1997
 
* Blaue Welle
 
**sehenswerte Fußgänger und Radwegbrücke über die B 173 und die Eisenbahn
 
**deutscher Brückenpreis 2012
 
 
 
=== Gedenkstätten ===
 
* Denkmal am Eingang des ''Werkes Flöha der Oberlungwitzer Textilwerke GmbH'' zur Erinnerung an die Konzentrationslager-Häftlinge, die hier während des Zweiten Weltkrieges Opfer der Zwangsarbeit wurden. Einige wurden im Hof der Fabrik erhängt
 
* Gedenkrelief an der ''Turnhalle Plaue'' in Flöha-Süd (siehe Geschichte)
 
* Grabstätten auf dem ''Waldfriedhof'' Flöha-Süd für vier unbekannte Polen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
 
 
 
== Politik ==
 
=== Stadtrat ===
 
Der Stadtrat Flöha setzt sich nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 aus 22 Mitgliedern und dem stimmberechtigten Oberbürgermeister als dessen Vorsitzenden zusammen. [[Falkenau]] wird durch drei Stadtratsmitglieder vertreten.<ref>[http://www.floeha.de/content/view/12/36/ Stadtrat der Stadt Flöha]</ref>
 
[[Datei:Flöha - town hall (aka).jpg|mini|Rathaus]]
 
 
 
{| class=wikitable width=360 style= text-align:center
 
|- bgcolor=#DDEEFF
 
| align=left | '''Partei / Liste''' ||  '''Sitze''' || '''Grafik Sitzverteilung 2014'''
 
|-
 
| align=left | [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]] || 11 || rowspan=8  | [[Datei:Flöha Stadtrat 2014.png|180px|center]]
 
|-
 
| align=left |  [[Die Linke|DIE LINKE]]  || 4
 
|-
 
| align=left | [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] || 3
 
|-
 
| align=left |[[Alternative für Deutschland|AfD]] || 3
 
|-
 
| align=left |[[Freie Demokratische Partei|FDP]] || 1
 
|-
 
| align=left | '''Gesamt''' || '''22'''
 
|-
 
| colspan=2 | &nbsp;
 
|}
 
Zusätzliches Mitglied des Stadtrats und dessen  Vorsitzender ist der Oberbürgermeister. Dies ist seit Ende Juli 2015 Volker Holuscha (Die Linke), welcher Friedrich Schlosser (CDU) nach seiner 25-jährigen Amtszeit ablöste.
 
 
 
[[Datei:Flöha - police station (aka).jpg|mini|Polizeistation]]
 
=== Wappen ===
 
Das am 22. Januar 1997 vom Stadtrat angenommene Wappen hat folgende Blasonierung:
 
:''„In Blau auf oben bordiertem grünen Berg zwei silbern bekleidete Frauen mit goldenen Haaren, naturfarbenem Gesicht, naturfarbenen Armen und naturfarbenen Füßen, Hand in Hand, je einen kupferfarbenen Wasserkessel tragend, aus dem sich silbernes Wasser ergießt, dass zu den Füßen der Frauen zu einem Rinnsal zusammenfließt.“''
 
 
 
Die beiden Rinnsale weisen auf den Zusammenfluss von [[Flöha (Fluss)|Flöha]] und [[Zschopau (Fluss)|Zschopau]] hin. Die beiden Wasserkessel entsprechen den Quellen der Flüsse. Da die Zschopau am Nordhang des Fichtelberges entspringt und ihre Quelle somit höher liegt als die der Flöha, wird der Wasserkessel von der rechten Frau höher getragen. Die Flöha galt jeher als unberechenbarer Fluss und muss daher im Gegensatz zur Zschopau mit Ketten gehalten werden.
 
 
 
=== Städtepartnerschaften ===
 
[[Datei:Flöha - park near savings bank (aka).jpg|mini|Parkanlage in der Innenstadt]]
 
 
 
Seit 1963 existieren partnerschaftliche Beziehungen zur französischen Stadt [[Méricourt (Pas-de-Calais)|Méricourt]], einer ehemaligen Bergbaugemeinde in der Region Nord-Pas de Calais. Bereits vor 1990 reiste eine Delegation mit ausgewählten Teilnehmern nach Méricourt. Seit 1990 ist ein regelmäßiger Austausch möglich. 2002 fand die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages statt. Seitdem gibt es nahezu jedes Jahr Schüler- und Jugendaustausche, insbesondere durch die Flöhaer Oberschule, und Kontakt auf kommunalpolitischer Ebene.
 
 
 
Es besteht zudem auch eine Freundschaft mit dem Memmingener Stadtteil Amendingen. So finden regelmäßig gegenseitige Besuche zwischen den Freiwilligen Feuerwehren und Musikvereinen statt. So wurde auch im Rahmen dieser Freundschaft auch die Pläne des Memminger Feuerwehrhauses übergeben um beim Neubau in Flöha die Kosten für Planung und Statik zu sparen.
 
 
 
== Wirtschaft und Infrastruktur ==
 
=== Verkehr ===
 
[[Datei:Flöha - Augustusburg street (aka).jpg|mini|Die als Hauptstraße durch die Stadt führende Augustusburger Straße]]
 
[[Datei:Flöha - train station 1 (aka).jpg|mini|links|Bahnhof]]
 
[[Datei:Flöha - bus station (aka).jpg|mini|Busbahnhof]]
 
[[Datei:Flöha - confluence Flöha and Zschopau 1 (aka).jpg|mini|Zusammenfluss der Flüsse Flöha und Zschopau]]
 
[[Datei:Flöha - Auenstadion (aka).jpg|mini|Auenstadion]]
 
 
 
Die Stadt befindet sich mit dem Bahnhof ''Flöha'' an der überregionalen Bahnstrecke Dresden–Zwickau (als Teil der Sachsen-Franken-Magistrale bekannt) und den regionalen Strecken Zschopautalbahn und Flöhatalbahn. Dieser wird im Stundentakt vom Regionalexpress 3 Dresden–Zwickau–Hof, ebenfalls im Stundentakt von der Regionalbahn 30 Dresden–Zwickau sowie Montag–Freitag im Stundentakt, sonst im Zweistundentakt durch die Erzgebirgsbahn bedient. Durch die Vielzahl der Linien gibt es nach Chemnitz im Tagesverkehr mehrere Züge pro Stunde.
 
 
 
Daneben verkehren zwei Stadtbuslinien und einige Regionalbuslinien. Zentraler Umsteigepunkt ist der Busbahnhof vor dem Bahnhof.
 
 
 
Flöha erreicht man mit dem Auto über die Bundesstraße 173 und die Bundesstraße 180.
 
 
 
An das überregionale Radwegnetz ist Flöha mit dem Flöhatalradweg und dem Zschopautalradweg verbunden. Durch Falkenau führt die Sächsische Städteroute. Es gibt eine ausgeschilderte Radwegverbindung von der Flöha-Mündung nach Euba mit Anschluss an das Chemnitzer Radwegenetz.
 
 
 
== Persönlichkeiten ==
 
=== Söhne und Töchter der Stadt ===
 
* [[Lothar Kreyssig]] (1898–1986), Gründer der Aktion Sühnezeichen, wurde in Flöha geboren
 
* [[Hans Körnig]] (1905–1989), Maler und Grafiker
 
* [[Gerhard Weigel]] (1908–?), SS-Sturmbannführer, Schutzhaftlagerführer im KZ Sachsenburg
 
* [[Regina Hastedt]] (1921–2007), Schriftstellerin
 
* [[Klaus Jährig]] (1935–2011), Kinderarzt, wurde in Plaue-Bernsdorf geboren
 
* [[Dieter Wiedemann (Radrennfahrer)|Dieter Wiedemann]] (* 1941), Radrennfahrer
 
* [[Stefan Schmidt (Fußballspieler, 1989)|Stefan Schmidt]] (* 1989), Fußballtorwart
 
 
 
=== Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben ===
 
* [[Samuel von Pufendorf]] (1632–1694), Naturrechtsphilosoph, Historiker sowie Natur- und Völkerrechtslehrer, wurde am 8. Januar 1632 in [[Dorfchemnitz (Zwönitz)|Dorfchemnitz]] geboren und siedelte 1634 mit seiner Familie nach Flöha über. Er kann zu den bekanntesten ehemaligen Einwohnern Flöhas gezählt werden. Nach ihm wurde auch das Flöhaer Gymnasium benannt.
 
* [[Herbert Jobst]] (1915–1990), Schriftsteller
 
* [[Lisa Jobst]] (1920–2005), Lyrikerin
 
* [[Marcus Popp]] (* 1981), Volleyballspieler
 
* [[Gunda Röstel]] (* 1962), Politikerin und Managerin (Bündnis 90/Die Grünen), in Flöha von 1985 bis 1989 Lehrerin, 1990 bis 1996 Schulleiterin, 1989 Mitbegründerin des Neuen Forum
 
* [[Marcus Kehr]] (* 1983), deutscher Motocrosschampion
 
  
 
== Literatur ==
 
== Literatur ==
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<references />
 
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Aktuelle Version vom 18. Juli 2016, 12:54 Uhr

Die Große Kreisstadt Flöha ist eine sächsische Kleinstadt im Landkreis Mittelsachsen. Nach der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1346 entwickelte sich das Gebiet am nördlichen Rand des Erzgebirges am Zusammenfluss der Flüsse Flöha und Zschopau mit dem Einsetzen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert zu einer Industriegemeinde, welche am 8. November 1933 zur Stadt erhoben wurde. Das heutige Stadtgebiet des unmittelbar an die Großstadt Chemnitz angrenzende Unterzentrums ging aus Gemeindezusammenschlüssen in den Jahren 1920, 1962 und 2011 hervor.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Flöha befindet sich im gleichnamigen Becken, welches am Fuße des Unteren Erzgebirges durch die dort zusammenfließenden Flüsse Flöha und Zschopau ausgeräumt wurde. An diesem Zusammenfluss beider Flüsse bilden fünf ehemals selbstständige Gemeinden das heutige zusammengewachsene Siedlungsgebiet der Stadt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Flöha. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt: Frankenberg/Sa., Oederan, Augustusburg, Chemnitz und Niederwiesa.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Flöha besteht aus den Ortsteilen Flöha, Gückelsberg, Plaue, Bernsdorf und Falkenau (mit seinem Gemeindeteil Hetzdorf).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, München 1998, ISBN 3-422-03048-4, Seiten 241-243
  • Vorlage:WdH
  • Ekkehard Kühnrich: Die Einwohner des Kirchspiels Flöha (Sachsen) 1550-1720. Plaidt: Cardamina 2013, ISBN 978-3-86424-156-7; enthält Altenhain, Braunsdorf, Falkenau, Flöha, Gückelsberg, Plaue und Bernsdorf
  • Bernd Rüdiger: Flöha. Vom Waldhufendorf zur sozialistischen Kreisstadt, Flöha 1984
  • Vorlage:BKD

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flöha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]