Schwarze Brücke

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Die Schwarze Brücke ist eine Brücke über die Flöha bei Fluss-km 3,969 in Falkenau. Sie verbindet die Dorfstraße in Höhe des Lehnguts mit dem Rad- und Wanderweg entlang der Flöhatalbahn. Sie ist teil des Flöhatalradwegs.

Schwarze Brücke.jpg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Waren und Material zwischen der nahen Baumwollspinnerei und der Eisenbahnlinie zu transportieren, wurde die Brücke wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet. 2002 wurde sie grundhaft sanniert. Dabei sind Stahlträger neu aufgesetzt und ein Widerlager repariert worden. Am 6. August konnte die Schwarze Brücke wieder freigegeben werden.[1] Am 12. August 2002 wurde die Brücke auf Grund des Jahrhunderthochwassers wieder unpassierbar. Auf der Bahnseite wurde der Damm, auf dem der Radweg führt, durch die Wassermassen durchbrochen. In Folge wurde der Damm wieder hergestellt und die Brücke über den Mühlgraben durch drei Betonrohre ersetzt. [2]

In einer folgenden Gefahrenbewertung im Auftrag der Landestalsperrenverwaltung weist die Schwarze Brücke bis zu einem 100-jährigen Hochwasser einen ausreichenden Freibord auf. Bei höherem Wasserstand ist die Brücke verklausungsgefährdet. Das Risiko wurde als gering eingeschätzt, da das Wassser die Brück dann auch um- und überströme. Bei HQ300 läge der Wasserspiegel bei 2,29 m über der Brückenunterkante.[3]

Nach dem Hochwasser begann die Planungen für einen Hochwasserschutz entlang der Flöha. Der Teilabschnitt 4 umfasste die die Maßnahmen von der Schulbrücke an der Ernst-Thälmann-Straße bis nach Flöha. 2010 wurde fest gelegt, dass dieser Bereich erst nach Abschluss der Neuplanungen zur Umgehungsstraße B 173 umgesetzt werden könne.[4] In der Gemeindartssitzung Anfang 2011 wurde nach einer Bürgeranfrage bestätigt, das mit der Schutzmaßnahme 620 eine Vergrößerung der des Durchlassvermögens an der Schwarzen Brücke vorliegt.[5]

Beim Hochwasser am 2. Juni 2013 war die Brücke wieder betroffen. Auf der Mühlgrabenseite wurde die "Asphaltdecke regelrecht zusammengefaltet" und auf der Bahnseite wurde der Deich auf dem der Weg verläuft ausgespült. Die Arbeiten zur Wiederherstellung begann auf Grund von Fördermittelmodalitäten erst am 11. November. Die wichtige Verbindung war bis zum Abschluss der Arbeiten gesperrt. [6][7]

Im Mai 2014 präsentierte der Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung (LTV) den aktuellen Stand der Hochwasserschutzplanungen in Falkenau. Darin sollte frühstens nach 2017 die Dorfstraße mit Mauer geschützt und der Durchlass an der Schwarzen Brücke vergrößert werden. [8] Im Juni 2015 stellte die LTV klar, dass ein Neubau der Brücke eine städtische Aufgabe sei. [9] Neuen Berechnungen der LTV wurden im Januar 2016 vorgestellt, in denen der Kosten-Nutzen-Fakter durch den Neubau eines Hochwasserschutzes weit unter dem Fakter 1 bzw. 1,2 liegt. Die Gebäude und Sachwerte sollen sich im Hochwasserbereich auf 1,39 Millionen Euro summieren und damit nur 40% der geschätzten 4,3 Millionen Euro Baukosten betragen. Der Hochwasserschutz wurde komplett gestrichen.[10] Im Technischen Ausschuss im Dezember 2016 kündigte die Stadtverwaltung an, nach der Absage der LTV selbst für einen Hochwasserschutz in Falkenau zu sorgen. Als erste Maßnahme sollte mit Fördermitteln die Situtation an der Schwarzen Brücke entspannt werden. [2] Ein offener Brief des Ortschaftsrates mit der Forderung eines wirksamen Hochwasserschutzes für Falkenau im Jahr 2018 [11] brachte nur ernüschternde Reaktionen der Behörden. [12]

Im Mai 2017 stellte die Stadtverwaltung Pläne für das Umfeld der Schwarzen Brücke vor. Drei Maßnahmen sollten die Situation im Hochwasserfall verbessern. Erstens sollte der Damm am linken Ufer mit drei etwa 3,20 mal 1,70 Meter messende, eiförmige Durchlässen versehen werden. Eine zweite Maßnahme sollte der Bereich zwischen Mühlgraben um 35 Zentimeter abgesenkt und mit Wasserbausteinen gesichert werden. In einer dritten Phase sollte die Mühlgrabenquerung optimiert werden. [13] Nach der Ausschreibung Anfang 2018 wurde der zweite Bauabschnitt für 62.000 Euro (2,6-Fache der Kostenschätzung) vergeben. Die Ausschreibung des ersten Bauabschnitts zwischen Brücke und Bahngleisen wurde aufgehoben, da das günstigste Angebot bei 301.000 Euro die Kostenschätzung um das zweifache Überschritt.[14]

Bei den Ausgrabungen wurden Spuren von Holzkohle und Metallschlacke im Boden entdeckt. Weiter deuteten Steine auf ein Gebäude hin. Die Arbeiten wurden darauf gestoppt und die Stelle vom Landesamt für Archäologie untersucht.[15] [16] Nach Abschluss der archäologischen Sicherungsarbeiten konnten Ende Mai der Bau fort gesetzt [17] [18] und Ende September 2018 abgeschlossen werden. [19]

Im Juni 2020 wurde die Brücke gesperrt, weil einige Holzbohlen des Brückenbelags durchgebrochen waren. Vorgefundene Hufspuren sollten den Schaden durch Reiter erklären. Während der Reparaturarbeiten, welche durch den städtischen Bauhof durchgeführt wurden, stellte sich heraus, dass auch die hölzernen Längsträger auszuwechseln waren. Durch lange Wartezeit auf die Materialbestellung konnte die Brücke erste Mitte August wieder freigegeben werden. h[1]

Am 12. September 2020 wurde unweit der Brück ein Denkmal über die Falkenauer Bergbaugeschichte eingeweiht. Dies erinnert an die im Mai 2018 gefundenen Reste einer Schmelzhütte.[20][16]

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brücke hatte bis zur Instandsetzung 2002 immer ein dunklen - fast schwarzen - Anstrich, welcher ihr den heutigen Namen verlieh.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2  Matthias Behrend: Brücke wieder befahrbar. In: Freie Presse. Flöha 21. August 2020 (https://www.freiepresse.de/mittelsachsen/floeha/bruecke-wieder-befahrbar-artikel11027009).
  2. 2,0 2,1  Matthias Behrend: Stadt plant Flutschutz für Falkenau. In: Freie Presse. Flöha 3. Dezember 2016 (https://www.freiepresse.de/falkenau-entsetzt-freistaat-streicht-hochwasserschutz-artikel9434990).
  3.  Menge, Schippe: Gefahrenkarten – Gefahr durch Überschwemmung im Bereich der Gemeinde: Falkenau mit der Ortslage Falkenau am Gewässer Flöha. In: Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (Hrsg.): Hochwasserschutzkonzeption Mulden und Weiße Elster im Regierungsbezirk Chemnitz. 10. März 2005 (https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/wasser/download/23_15_Falkenau.pdf).
  4.  Verena Toth: Millionenschweres Konzept soll Flöha vor Hochwasser schützen. In: Freie Presse. Flöha 23. Dezember 2010 (https://www.freiepresse.de/millionenschweres-konzept-soll-fl-ha-vor-hochwasser-sch-tzen-artikel7553891).
  5.  Katrin Kablau, Gudrun Frohmader: Aktion in Flöha - Warten in Falkenau. In: Freie Presse. Flöha 16. Februar 2011 (https://www.freiepresse.de/aktion-in-fl-ha-warten-in-falkenau-artikel7592343).
  6.  Johannes Pöhlandt: Bürger regen sich über Schäden am Radweg auf. In: Freie Presse. Flöha 4. September 2013 (https://www.freiepresse.de/b-rger-regen-sich-ber-sch-den-am-radweg-auf-artikel8518666).
  7.  Johannes Pöhlandt: Flutschaden - Schwarze Brücke wird angepackt. In: Freie Presse. Flöha 9. November 2013 (https://www.freiepresse.de/flutschaden-schwarze-br-cke-wird-angepackt-artikel8598211).
  8.  Johannes Pöhlandt: Falkenau bleibt bis 2017 hochwassergefährdet. In: Freie Presse. Flöha 19. Mai 2014 (https://www.freiepresse.de/falkenau-bleibt-bis-2017-hochwassergef-hrdet-artikel8823008).
  9.  Matthias Behrend: Falkenau bekommt neue Flutmauer. In: Freie Presse. Flöha 4. Juli 2015 (https://www.freiepresse.de/falkenau-bekommt-neue-flutmauer-artikel9239728).
  10.  Matthias Behrend: Falkenau entsetzt: Freistaat streicht Hochwasserschutz. In: Freie Presse. Flöha 13. Februar 2016 (https://www.freiepresse.de/stadt-plant-flutschutz-f-r-falkenau-artikel9699909).
  11.  Matthias Behrend: Flutschutz wird zum Zankapfel zwischen Flöha und Falkenau. In: Freie Presse. Flöha 5. April 2018 (https://www.freiepresse.de/flutschutz-wird-zum-zankapfel-zwischen-fl-ha-und-falkenau-artikel10174033).
  12.  Matthias Behrend: Erfolgloser Briefwechsel. In: Freie Presse. Flöha 6. August 2018 (https://www.freiepresse.de/erfolgloser-briefwechsel-artikel10278459).
  13.  Michael Kunze: Drei große Durchlässe sollen vor weiteren Schäden schützen. In: Freie Presse. Flöha 18. Mai 2017 (https://www.freiepresse.de/drei-gro-e-durchl-sse-sollen-vor-weiteren-sch-den-sch-tzen-artikel9907636).
  14.  Matthias Behrend: Flutschutz: An der Schwarzen Brücke wird bald gebaut. In: Freie Presse. Flöha 3. März 2018 (https://www.freiepresse.de/flutschutz-an-der-schwarzen-br-cke-wird-bald-gebaut-artikel10146702).
  15.  Matthias Behrend: Warum die Falkenauer Chronik neu geschrieben werden muss. In: Freie Presse. Flöha 19. Mai 2018 (https://www.freiepresse.de/warum-die-falkenauer-chronik-neu-geschrieben-werden-muss-artikel10212305).
  16. 16,0 16,1 Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Text' not found Heimatverein Falkenau/Sa. e.V.;
  17.  Claudia Dohle: Dicke Brocken sollen dem Ufer Halt bei Hochwasser geben. In: Freie Presse. Flöha 29. Mai 2018 (https://www.freiepresse.de/dicke-brocken-sollen-dem-ufer-halt-bei-hochwasser-geben-artikel10219336).
  18.  Matthias Behrend: Pause bei Arbeiten an Schwarzer Brücke. In: Freie Presse. Flöha 12. Juni 2018 (https://www.freiepresse.de/pause-bei-arbeiten-an-schwarzer-br-cke-artikel10231513).
  19.  Matthias Behrend: An der Schwarzen Brücke fehlen nur noch Asphalt und Geländer. In: Freie Presse. Flöha 7. September 2018 (https://www.freiepresse.de/an-der-schwarzen-br-cke-fehlen-nur-noch-asphalt-und-gel-nder-artikel10305283).
  20.  fp: Denkmal würdigt Bergbaugeschichte. In: Freie Presse. Flöha 17. September 2020 (https://www.freiepresse.de/mittelsachsen/floeha/denkmal-wuerdigt-bergbaugeschichte-artikel11088584).